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WhatsApp und Datenschutz

WhatsApp sammelt eine Vielzahl von Informationen von seinen Nutzern, um detaillierte Nutzerprofile zu erstellen. Der Messenger-Dienst nutzt ein Schlupfloch in der Datenschutzverordnung.

Der Messenger-Dienst des kalifornischen Unternehmens WhatsApp Inc., der 2009 ins Leben gerufen wurde und sich seit 2014 im Besitz von Facebook Inc. befindet, ist seit mehreren Jahren der meistgenutzte Instant-Messaging-Dienst der Welt.

Nutzer können nun Textnachrichten, Fotos, Videos, ihren eigenen Standort, Sprachnachrichten und Status-Updates an jeden senden, der ebenfalls Messenger installiert hat.

Die Datenschutzbehörden schlagen jedoch Alarm: Seit Facebook das Unternehmen gekauft hat, wird empfohlen, auf sicherere Plattformen umzusteigen, um Ihre persönlichen Daten zu schützen. Diese Warnung ist jetzt noch wichtiger, da WhatsApp und Facebook eine Schwachstelle in der Datenschutz-Grundverordnung ausnutzen.

WhatsApps aktuelle Maßnahmen zur Datenverarbeitung und Datensicherheit

WhatsApp ist auch fasziniert von den so genannten Metadaten, also den Informationen über die Daten selbst. In diesem Fall kann WhatsApp erkennen, wann Chats und Anrufe über die App getätigt werden, und kann in diesem Fall sowohl das Gerät als auch die Telefonnummer ermitteln. Obwohl der Inhalt der Nachrichten aufgrund der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht gelesen werden kann, lassen sich Absender und Empfänger sowie Ort und Zeit der Nachrichten ermitteln.

Das reicht für ein umfangreiches Nutzerprofiling, also die Erstellung eines persönlichen Profils. Aufgrund von Änderungen in den Datenschutzstandards von Facebook können die zugehörigen Telefonnummern und andere Kontoinformationen wegen der Fusion mit dem Messenger-Dienst geteilt werden. So können beispielsweise WhatsApp-Metadaten genutzt werden, um fehlende Profilinformationen aus Facebook-Profilen zu ergänzen, sofern die Betroffenen dies wünschen.

Auch wenn Sie keine Telefonnummer auf Facebook gespeichert haben, kann Facebook Teilprofile anhand des Namens oder der Gerätenummer abgleichen, und Ihre Telefonnummer, die Sie nur bei WhatsApp angegeben haben, wurde Ihrem Facebook-Konto hinzugefügt.

In seinen FAQs erklärt WhatsApp den Datentransfer damit, dass es „WhatsApp weiter verbessern und den Datenschutz und die Sicherheit für WhatsApp und die anderen Facebook-Unternehmen gewährleisten wird.“

Nach Angaben von WhatsApp werden zu diesem Zweck die folgenden Metadaten ausgewertet:

  • Telefonnummer;
  • Art und Häufigkeit der Nutzung;
  • Informationen zur Verwendung;
  • Registration Date;
  • Geräteinformationen (z. B. Modellnummer, Version des Betriebssystems, Version der WhatsApp-App);
  • Das Land (nach Ländercode);
  • Netzcode.
  • Nur die Nutzer, die ihre ausdrückliche Zustimmung gegeben haben, werden in ihrem Adressbuch erfasst.

    Whatsapp und DSGVO

    Nach der Datenschutz-Grundverordnung ist die Übermittlung von Daten ohne Rechtsgrundlage, z. B. die Einwilligung, illegal. Diese neuen Datenschutzgrundsätze müssen auch von WhatsApp befolgt werden. Wenn jedoch zwei Unternehmen ein „berechtigtes Interesse“ an der gemeinsamen Nutzung von Daten haben, ist dies zulässig. Wenn der Austausch von Daten den Schutz dieser Daten überwiegt, liegt ein berechtigtes Interesse vor.

    Der legitime Zweck von Facebook, Daten mit WhatsApp zu teilen, ist der Schutz vor gefälschten Konten, Spam und Fake News. Infolgedessen gilt die Allgemeine Datenschutzverordnung (DSGVO) – zumindest theoretisch – auch für WhatsApp. Sie können diese Datenübermittlung nicht stoppen, wenn Sie die WhatsApp-Nutzungsbedingungen akzeptiert haben.

    Der Datenschutz bei WhatsApp hat sich seit 2016 geändert.

    Im August 2016 wurden die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzrichtlinie von WhatsApp geändert. Der Inhalt der zu Werbezwecken gelieferten Texte und Dateien wurde damals von WhatsApp überprüft, und die Ergebnisse wurden an Facebook weitergeleitet.

    Außerdem durchkämmt das Programm die Telefonnummern im Adressbuch des Nutzers und sendet sie an WhatsApp-Server in der ganzen Welt. Diese Server schauten nach, ob die übermittelten Nummern bereits bekannt waren und nutzten daher auch WhatsApp.

    Umgang mit unzureichendem Datenschutz bei WhatsApp

    Sicher, Sie können WhatsApp von Ihrem Telefon löschen (oder noch besser, Ihr WhatsApp-Konto löschen), aber Sie können vorher Ihre WhatsApp-Datenschutzeinstellungen verbessern. Alternativ können Sie auch den Texting-Dienst wechseln. Einige Dienste sind inzwischen sicherer, was den Datenschutz angeht.

    Trotz des unzureichenden Datenschutzes von WhatsApp sind die meisten Nutzer dem Dienst treu geblieben. Ein Ansatz zur Überwindung der mangelnden Datensicherheit bei WhatsApp ist die Nutzung anderer Plattformen wie Threema, Wire, Telegram oder Chatsecure.

    Leider fällt es den meisten Menschen schwer, etwas aufzugeben, an das sie sich gewöhnt haben. Ein Wechsel zu einem anderen Anbieter würde das Problem also nicht lösen, es sei denn, Sie überzeugen auch Ihre Kontakte, zu wechseln. Andere Optionen für den Umgang mit dem mangelnden Datenschutz bei WhatsApp sind:

  • So können Sie sich beispielsweise über die aktuellen Sicherheitslücken in Messenger informieren, damit Sie Maßnahmen ergreifen können.
  • Lesen Sie die WhatsApp-Bedingungen, um mehr darüber zu erfahren, wie Ihre Daten verwendet werden und ob Sie damit einverstanden sind. So heißt es zum Beispiel, dass WhatsApp die erfassten Daten nicht nur an Facebook, sondern auch an andere Facebook-Dienste sendet.
  • Verwenden Sie die Datenschutzeinstellungen von WhatsApp, um zumindest zu verhindern, dass WhatsApp auf unvorhersehbare Weise an andere, unbekannte Nutzer übertragen wird.
  • Wenn Sie nicht Teil der Datensammelwut sein wollen, können Sie Ihr Konto unter „Einstellungen > Konto > Mein Konto löschen“ löschen.
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